Der zweite Lehrkörper des Bauhauses. Edition und Analyse der am Bauhaus gehaltenen Gastvorträge
Das Forschungsvorhaben verortet das Bauhaus erstmals im Spektrum der wissenschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Strömungen der Zwischenkriegszeit. Grundlage dazu bilden die am Bauhaus gehaltenen Gastvorträge, die dort während der gesamten Bestehenszeit zwischen 1919 und 1933 stattfanden. Diese über hundert Veranstaltungen waren motiviert von der avantgardistischen Vision einer großen Synthese aller progressiven Kräfte und wurden als essenzieller Bestandteil des Curriculums angesehen. Zu den Referenten, die dementsprechend als der „zweite Lehrkörper“ des Bauhauses gelten können, zählen die Philosophen Hermann Graf Keyserling und Rudolf Carnap, die Schriftsteller Theodor Däubler und Ernst Toller, der Sexualforscher Max Hodann, der Reformpädagoge Gustav Wyneken, der Astrophysiker Erwin Finlay-Freundlich, der Psychotherapeut Karlfried von Dürckheim, der Gewerkschaftsaktivist Hermann Duncker, der Soziologe Hans Freyer sowie der Erfinder des DIN-A4-Formates Walter Porstmann. Trotz der wichtigen Rolle, die diesem Vortragsprogramm seitens des Bauhauses zugesprochen wurde, ist es bislang nur unzulänglich und lückenhaft erforscht: weder existiert ein annähernd vollständiges Verzeichnis noch eine Sammlung der Vorlesungen. Das Projekt dient dem Zweck, das Vortragsprogramm in seiner Gesamtheit zu erschließen und dessen Relevanz für das Bauhaus als einer Institution mit kulturerneuerndem Anspruch darzustellen. Dazu sollen alle noch existierenden Vortragstexte anhand eines erstmals erstellten Gesamtverzeichnisses ediert und in elf Themenfeldern erörtert werden.
Durchführung:
Förderer:
DFG
Kontakt:
peter.bernhard[at]sophie.phil.uni-erlangen.de
